Hundeernährung, Ratgeber

“Dir sollte der Hund entzogen werden!” – Was Du über vegane Hundeernährung und deutsche Gesetze wissen solltest!

Was Du über vegane Hundeernährung und deutsche Gesetze wissen solltest!

Inhaltsverzeichnis

  • Vegane Hundeernährung: Ein kontroverses Thema im Fokus
  • Der rechtliche Rahmen in Deutschland – Was Du wissen musst
  • Artgerecht oder Artgemäß? Wir klären auf!
  • Zwischen Recht und Verantwortung: Deine Rolle als verantwortungsbewusster Hundebesitzer

TL;DR

Ist es eigentlich okay, Deinen Hund vegan zu ernähren, ohne gegen deutsche Gesetze zu verstoßen? In diesem spannenden Artikel werfen wir einen Blick auf die gesetzlichen Vorgaben, tauchen in das Konzept der artgerechten Haltung und Ernährung ein. Kleiner Spoiler: Du darfst Deinen Hund durchaus vegan ernähren. 😉

Vegane Hundeernährung: Ein kontroverses Thema im Fokus

In der Welt der Haustierernährung gewinnt die vegane Hundeernährung zunehmend an Aufmerksamkeit. Sorgt außerdem für viel Gesprächsstoff und teilt häufig die Meinungen.

Warum ist das so?

  • Traditionelle Sichtweise: Hunde werden oft als Fleischfresser betrachtet, was die Vorstellung einer veganen Ernährung für einige als unnatürlich erscheinen lässt.
  • Gesundheitsbedenken: Einige Tierhalter befürchten, dass eine rein pflanzliche Ernährung nicht alle Nährstoffe liefert, die ein Hund für ein gesundes Leben benötigt.
  • Natur als Vorbild: Die Frage, ob es vertretbar ist, einem von "Natur aus fleischfressenden Tier eine vegane Ernährung aufzuzwingen", wird intensiv diskutiert.
  • Mangel an wissenschaftlichen Studien: Es gibt bisher nur wenige umfassende Studien zur veganen Hundeernährung, was zu Unsicherheiten und Meinungsverschiedenheiten führt.

Diese Faktoren führen zu einer lebhaften Debatte darüber, ob eine pflanzliche Ernährung für Hunde gegen deutsche Gesetze verstößt oder ob sie eine gesunde und ethisch vertretbare Alternative darstellt. Wir gehen dem Ganzen auf den Grund.

Der rechtliche Rahmen in Deutschland – Was Du wissen musst

Auf Social Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram macht das Gerücht regelmäßig die Runde, dass es strafbar sei, seinen Hund vegan zu ernähren. Gesetzestexte werden dabei oft umgedeutet und Studien missbraucht. Selbsternannte "Experten", oft nur mit rudimentärer Ausbildung, behaupten, dass einem der Hund entzogen würde, sollte das Veterinäramt erfahren, dass kein Fleisch im Napf landet.

Doch was sagt das Gesetz wirklich?

Um dies zu beantworten, müssen wir zunächst einen Blick in den entsprechenden Paragrafen werfen. In Deutschland regelt im Allgemeinen das Tierschutzgesetz die Haltung und Ernährung von Tieren. Für Hunde im Speziellen gilt die Tierschutz-Hundeverordnung.

§8 (1) der Tierschutz-Hundeverordnung im Detail

Paragraph 8 Absatz 1 besagt, dass die Betreuungsperson den Hund mit artgemäßem Futter in ausreichender Menge und Qualität zu versorgen hat. Aber was bedeutet eigentlich "artgemäß"?

Auszug Tierschutz-Hundeverordnung Paragrapf 8

(Quelle Grafik: Tierschutz-Hundeverordnung; https://www.gesetze-im-internet.de/tierschhuv/BJNR083800001.html; aufgerufen am 04.12.2023)

Exkurs: Artgerecht oder tiergerecht?

Wir klären auf!

Lasst uns doch erstmal in den Duden schauen. Laut Duden bezieht sich "artgerecht" auf eine Lebensweise oder Haltung, die den natürlichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen einer Tierart entspricht. Ok, das hilft uns schon mal etwas weiter.

Was lässt sich bei Wikipedia finden? Dort wird "artgerechte Haltung" als Formen der Tierhaltung beschrieben, die an die ursprünglich natürlichen Lebensbedingungen der Tiere erinnern und auf einige angeborene Verhaltensweisen der Tiere Rücksicht nehmen. Das bedeutet, dass einige ausgewählte (aber üblicherweise nicht alle) Bedürfnisse der Tiere stärker berücksichtigt werden als in anderen Haltungsformen, wie beispielsweise in der Massentierhaltung.

Die Bezeichnung „artgerecht“ hat keine einheitliche Definition und wird oft zur Unterstützung der Vermarktung von Tierprodukten verwendet. Bei der Tiergerechtheit dagegen wird versucht, auf alle Bedürfnisse der individuellen Tiere Rücksicht zu nehmen. Wäre es eventuell sogar sinnvoller im Fall von Hunden von einer tiergerechten Ernährung zu sprechen? Bei der Spezies Hund gibt es eine ziemlich große Varianz an Größen und auch Nahrungsgewohnheiten, dass es kaum möglich ist das Schema one-size-fits-all überzustülpen.

Diese Definitionen werfen spannende Fragen auf:

  • Sollten wir uns bei der Ernährung von Hunden auf den Wolf als ihren Vorfahren beziehen?
  • Oder sollten wir Hunde als eine eigenständige Spezies betrachten, die andere Ansprüche als ein Wolf entwickelt haben?
  • Könnten Straßenhunde vielleicht ein besseres Vorbild für die natürliche Ernährung von Hunden sein?
  • Ist 'tiergerecht' hier nicht der passenderer Begriff?

Natürlich gibt es verschiedene Ansichten zu diesem Thema. Einige Leute neigen dazu, in den sozialen Medien sehr entschieden aufzutreten und warnen davor, dass einem der Hund entzogen werden könnte, wenn man ihn vegan ernährt. Oft beziehen sie sich dabei eher auf die Ernährungsgewohnheiten von Wölfen als auf die von Hunden. Dabei wird übersehen, dass Hunde im Laufe ihrer Entwicklung eine weitaus vielfältigere Ernährung angenommen haben. Sie sind in der Lage, ein breites Spektrum an Nahrungsmitteln zu verdauen und für sich zu nutzen.

Daher stellt sich die Frage:

Wenn eine rein pflanzliche Ernährung alle notwendigen Nährstoffe für Hunde liefert, warum sollte sie dann nicht den Bedürfnissen der Tierart entsprechen?

Rückkehr zu Paragraph 8

Kommt es im Paragraphen 8 der Tierschutz-Hundeverordnung zu einem konkreten Bezug auf tierfreie Hundeernährung?

Es gibt kein spezifisches Gesetz, das die vegane Ernährung von Hunden direkt verbietet, solange alle Nährstoffe, die ein Hund benötigt, in einer Mahlzeit abgedeckt werden und die Bioverfügbarkeit dieser Nährstoffe berücksichtigt wird und der Hund gesund ist, sollte nichts gegen eine tierfreie Hundemahlzeit sprechen.

Wir lernen daraus:

Der Hund kann entzogen werden, wenn man sich nicht an die Vorgaben einer ausgewogenen und vollwertigen Nährstoffzufuhr hält, unabhängig von der Art der Ernährung.
Es kann legitim sein, dass das Tier entzogen wird, wenn der Rationsplan fahrlässig und nicht ausgewogen ist.

Zwischen Recht und Verantwortung:

Unsere Rolle als verantwortungsbewusster Hundebesitzer

In Deutschland ist vegane Hundeernährung nicht explizit verboten. Wichtig ist, dass die Ernährung des Hundes dessen Gesundheit und Wohlbefinden unterstützt. Eine sorgfältige Auswahl von Alleinfuttermitteln, wie die von Schnauze Voll, vegan4dogs oder VEGDOG, können dabei helfen, die Nährstoffbedürfnisse des Hundes zu erfüllen und gleichzeitig ethische Überzeugungen zu berücksichtigen.

Letztlich liegt die Verantwortung bei uns Hundemenschen, in Absprache mit einer tierärtzlichen Ernährunsgberatung eine ausgewogene selbstgekochte Mahlzeit oder ein vollwertiges veganes Alleinfutter für unsere vierbeinigen Begleiter zu wählen.

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