Hundeernährung, Ratgeber

Der Schnellcheck: Hundefutter-Deklaration richtig verstehen Teil 1

Der Schnellcheck Hundefutteretiketten richtig deuten Teil 1 Blog Banner

'Knowledge is power' oder Wissen ist Macht

Heute tauchen wir Schritt für Schritt in die Welt der Hundefutteretiketten ein. Es geht nicht nur darum, was auf den Etiketten steht, sondern auch, wie du als verantwortungsbewusster Hundemensch sicherstellen kannst, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Offensive Werbung kann den Blick auf das Wesentliche verschleiern – nämlich darauf, was wirklich im Futter drin ist. In diesem Guide zeige ich dir, woran du dich orientieren kannst, um das Beste für deinen vierbeinigen Liebling auszuwählen.

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Die Art des Futtermittels erkennen

Als Erstes solltest du einen Blick auf die Art des Futtermittels werfen. Hier gibt es zwei Hauptkategorien:

  • Alleinfuttermittel
  • Ergänzungsfuttermittel

Alleinfuttermittel decken den kompletten täglichen Nährstoffbedarf eures Vierbeiners ab. Im Gegensatz dazu benötigen Einzel- und Ergänzungsfuttermittel eine Kombination mit anderen Futtermitteln, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten. Diätfuttermittel sind beispielsweise für spezielle Erkrankungen wie Leber- oder Nierenerkrankungen wichtig. Diese zählen jedoch meist zu den Alleinfuttermitteln. Wähle ein Alleinfutter, wenn dein Hund keine speziellen Anforderungen hat.

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Tierart und Altersgruppe beachten

Die Angabe der Tierart verhindert Verwechslungen, da verschiedene Tierarten unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse haben. Jede Altersgruppe, von Junior bis Senior, hat spezifische Anforderungen an das Futter. Diese Angaben helfen dir, die richtige Mahlzeit für die Lebensphase deines Hundes auszuwählen.

Ein Beispiel für eine korrekte Bezeichnung: Alleinfuttermittel für ausgewachsende Hunde

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Zusammensetzung – Was ist drin im Futter?

Die Zusammensetzung gibt dir Aufschluss über die Inhaltsstoffe. Die Zusammensetzung des Futters, also die Liste der einzelnen Zutaten, sollte in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile aufgeführt sein. Hersteller können die Zutaten entweder einzeln aufführen oder in Kategorien zusammenfassen. Dies bezeichnet man als offene und geschlossene Deklaration. Suche nach einer offenen Deklaration der Zutaten – diese gibt mehr Aufschluss über den Inhalt.

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Analytische Bestandteile – Der Nährstoff-Check

Hier findest du Infos zu Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und Feuchtigkeit. Diese Werte werden durch die Weender-Futtermittelanalyse ermittelt und geben dir einen Überblick über die (Roh-)Nährstoffe in einem Fertigfutter. Achte auch auf den Feuchtigkeitsgehalt – dieser muss deklariert werden, wenn er über 14 % liegt.

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Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe – Wichtig für vegane Ernährung

Unter den ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen sind Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren besonders für eine vegane Ernährung deines Hundes wichtig. Sie sorgen dafür, dass alle notwendigen Nährstoffe enthalten sind. Leider müssen nicht alle zugesetzten Nährstoffe deklariert werden, sondern nur die, die eine Höchstmenge nicht überschreiten dürfen. Im Falle von Rückfragen wende dich am besten an uns oder an die Hersteller direkt.

Die zugelassenen Futtermittelzusatzstoffe finden sich in der Futtermittelzusatzstoffverordnung (EG-VO 1831/2003), diese ist für alle frei zugänglich.

OBACHT! Manche Fertignahrung ist zwar als Alleinfutter deklariert, enthält dennoch nicht alles, was für eine vollwertige Mahlzeit nötig wäre. Wenn keinerlei ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe angegeben sind, dann ist es mit großer Wahrscheinlichkeit kein Alleinfutter.

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Technologische und sensorische Zusatzstoffe – Mehr als nur Konservierung

Bei den technologischen Zusatzstoffen geht es um mehr als nur die Haltbarkeit. Diese umfassen neben Konservierungsmitteln auch Antioxidantien, die die Fette im Futter vor dem Verderben schützen, sowie Emulgatoren und Bindemittel, die bei der Zubereitung des Futters eine Rolle spielen. 

Sensorische Zusatzstoffe in Hundefutter sind Bestandteile, die den Geruch und Geschmack des Futters verbessern, um es für Hunde attraktiver zu machen. Sie umfassen Aromen, Geschmacksverstärker und bestimmte Extrakte.

Diese Zusatzstoffe haben keinen direkten Nährwert, sondern dienen dazu, die Akzeptanz oder die Haltbarkeit des Futters zu erhöhen.

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Fütterungsempfehlung – Wie viel sollte in den Napf?

Die Fütterungsempfehlung gibt dir eine Orientierung, wie viel Futter dein Hund täglich benötigt. Besonders bei Feuchtfutter ist die empfohlene Menge oft höher.

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Energiegehalt – Wichtig für aktive Hunde

Der Energiegehalt ist eine freiwillige Angabe, aber falls vorhanden, hilft er dir, das Futter an die Aktivität deines Hundes anzupassen. Zu viel Energie kann zu Übergewicht führen, zu wenig lässt deinen Hund unterversorgt.

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Verpackungsdetails nicht übersehen

Nettomasse oder Nettovolumen informieren dich über das Gewicht bzw. den Inhalt der Hundenahrung. Das Haltbarkeitsdatum enthält wichtige Informationen, um die Frische des Futters zu beurteilen.

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Herstellerinformationen für Rückfragen

Anschrift der Marke, Telefonnummer,  E-Mail-Adresse und Registrierungsnummer geben Dir die Möglichkeit, bei Unklarheiten direkt nachzufragen.

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Chargennummer – Wichtig für Rückrufaktionen

Die Chargennummer ist entscheidend für die Rückverfolgbarkeit des Futters und wichtig, falls Rückrufaktionen stattfinden sollten.

Und ja, Wissen ist Macht

Mit diesem Wissen bist du hoffentlich bestens gerüstet, um das perfekte Futter für deinen vierbeinigen Freund auszuwählen. Sei kritisch und bleibe informiert!

Quellen:

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